Dark Destiny

EUR 18,95

Autor: Jennifer Benkau

 

Erscheinungsdatum: März 2013

 

ISBN-13: 978-3839001455

 

Verlag: Script 5

 

Gebundene Ausgabe: 464 Seiten

 

 

Klappentext:

 

“Dark Canopy” hat mich so sehr begeistert und zudem ist es eine Dilogie. Ich musste Dark Destiny also lesen. Dazu kommt, dass ich mich wirklich in den Stil von Jennifer Benkau verliebt habe. Um die Wirkung des Klappentextes nicht kaputtzumachen, wird meine eigene Zusammenfassung ebenfalls nicht lang ausfallen.

Joys Welt ist in Stücke gerissen. Mit Neéls Tod und Mathials Veränderung in einen verhärmten Clanführer wieder Willen stirbt auch ihre Hoffnung. Sie kann nicht mehr bei Mathials Clan bleiben. Zu sehr fühlt sie sich dort eingesperrt und unverstanden. Hinter den Aktionen des Clans steht sie schon lange nicht mehr. Sie versucht Antworten bei Jamies Clan zu finden, der in Joy jedoch nur eine wertvolle Ware sieht. Ihr einziger Weg führt zurück in die Stadt, in der sie mit Graves Hilfe ihr Anrecht auf die Stadtmarke geltend macht. Joy fängt an ein neues Leben aufzubauen mit einer neuen Hoffnung.

 

Erster Satz: Ich hatte immer gedacht, der erste gewonnene Gerichtsprozess würde meine Zweifel verstummen lassen.

 

 

Idee: Als Gesamtpaket finde ich die Idee, die hinter dieser Dilogie steckt sehr gut. Wenn man sich wirklich nur auf den zweiten Teil konzentriert, finde ich die Idee dahinter nicht überraschend. Einiges, was passiert konnte man erahnen.

 

Plot: Das Buch beginnt zunächst mit einer Situation drei Jahre nach der eigentlichen Geschichte. Dort wird auch der Titel des Buches aufgefasst und man möchte unbedingt wissen, was passiert ist. Eine sehr glückliche Lösung, die den Leser unweigerlich bei der Stange hält. Ich muss gestehen, dass ich mich zeitweise gefragt habe, was die Story will. Wo ist die Leine, an der man sich langhangeln kann? Grob gesehen hat das Buch in meinen Augen eher zwei Teile. Von diesem Standpunk aus gesehen ist die Geschichte  stimmig. Allerdings fand ich diesen teils planlos wirkenden Plot für die Story gerade deshalb sehr passend. Er gibt die Stimmung der Geschichte wieder. Das hin und her, was die Figuren durchleben. Die Richtungen der möglichen Zukunft. Der Plot lässt den Fortgang der Story somit echt wirken und ist nicht nach Schema F aufgestellt. Da geht es in die eine Richtung, dann wird dort verweilt, nur um wieder in eine andere Richtung zu gehen mit einem Ziel, was man als Leser nicht erreichen möchte, die Geschichte aber nicht anders zulässt.

 

Schreibstil: Woah! Ich liebe diesen Stil. Ehrlich gesagt, gehört Jennifer Benkaus Schreibe für mich zu den Besten. Immer noch kann ich meine Empfindungen zu ihrem Stil nicht wirklich in Worte fassen.

Dark Destiny wechselt regelmäßig die Sichtweise. Einmal aus Joys Sicht, als Ich-Erzähler und dann gibt es Teile in der dritten Person, um das Geschehen außerhalb Joys Radius zu erzählen. Beide Perspektiven sind ins Präteritum gesetzt. Die Geschichte lebt durch ein wortgewandtes Kleid. Man riecht das Feuer, fühlt die Kälte und ist bei jedem Charakter in dessen Gefühlswelt eingesogen. Frau Benkau benutzt Metaphern, die einen teilweise vor den Kopf stoßen, weil man sie so nicht erwartet,  aber gleichzeitig denken lassen: genial.

Eine absolute Ausnahmeautorin für mich, die in meinen Augen die ganz erfolgreichen und langjährig bekannten Autoren unseres Landes in den Schatten stellen kann. Definitiv ist ihr Name nun für mich ein Garant für ein gutes Buch.

 

Charaktere: Wie auch im Auftakt “Dark Canopy” sind die Charaktere bestechend gut durchdacht. Auf der einen Seite mit unsympathischen Zügen bestückt, machen das dadurch plausible Handeln die Figuren so authentisch. Man mag sie, obwohl man ihnen den Kopf abreißen könnte. Man will sie schütteln und rütteln. Man will  ihnen sagen, welch irrsinnige Gedanken sie doch haben. Da sind so viele Facetten angelegt, so tiefgehende Persönlichkeiten. Selten gehen einem die Figuren so unter die Haut. Jennifer Benkau schafft das wirklich auf eine leichte Art und Weise, trotz dieser verworrenen Gefühle, den Leser in die Protagonisten zu katapultieren.  Auch die Entwicklung zu sehen, ist interessant. Man kann sich gar nicht entscheiden, welcher Charakter am Besten ist.

Joy, die plötzlich ihre eigenen Clanmitglieder nicht mehr versteht. Mathial, der den Weitblick verliert und mit der Clanführerschaft überfordert ist. Cloud, dem eine Präsidentschaft immer wichtiger wird und seine Ideale vergisst. Neél, der in Joys Gedanken so lebendig weiterlebt.

 

Hintergrund: Ich hoffe, das ist mir im ersten Teil nicht untergegangen, aber mit Dark Destiny erfährt der Leser, zu welcher Zeit die Geschichte spielt. Die “Kultur” der Percents wurde schon in Dark Canopy beschrieben. All die Beschreibungen und Umstände, die zum Schluss hin aufgedeckt werden, wirken auf mich durchdacht. An dieser Stelle möchte ich ein paar Worte zum umstrittenen Ende schreiben. Die Geschichte ist definitiv zu Ende, so viel sei gesagt. Es ist ein Ende, was man nicht will, aber wenn man die Entwicklung der Charaktere und deren Gefühlswelt betrachtet, lässt sie kein anderes Ende zu. Und im Endeffekt steckt so viel mehr dahinter. Es drückt in meinen Augen die tiefe Liebe der beiden Hauptprotagonisten zueinander  stark aus.

 

Fazit: Grandios! Der Schreibstil ist unbeschreiblich. Die Charaktere eigenwillig, sperrig und dennoch ans Herz wachsend. Die Geschichte anders, ebenso eigenwillig und mit  einem unerwarteten Schluss. Diese Reihe würde ich jedem ohne ein Wort zu erklären in die Hand drücken mit den Worten: Igel Dich irgendwo ein und lies das! Genieß es, Hasse es und lass Dich vom Alltag entführen. Die Liebesgeschichte ist so echt und zeigt wahre Liebe. Als Dystopie kann man, wenn man mich fragt, diese Dilogie nicht sehen. Für mich zeigt es viel Zwischenmenschliches auf. Dinge, von denen man lernen kann. Dark Destiny geht wie auch schon Dark Canopy, unter die Haut und dringt tief  ein. Keine Leseempfehlung, nein, ein Lesemuss!

Quelle: http://aislingbreith.de/2013/05/19/dark-destiny