Glits

Glits (Klappenbroschur) - Robert  Wolfe, Thorsten Nötges

Autor: Robert Wolfe

Originaltitel: Glits

Übersetzer: Thorsten Nötges

Erscheinungsdatum: 8.Februar 201

ISBN-13: 978-3522201735

Verlag: Thienemann Verlag

Broschiert: 288 Seiten

Klappentext:


Erster Satz: Als es geschah, verstanden nur wenige Menschen, dass es etwas aufseheneregendes war, etwas, das viele Menschen berühren und das Land spalten würde.

 

Mich hat der Klappentext so sehr angesprochen, dass ich mich richtig auf das Buch gefreut habe. Merkwürdiges Wesen, Roadtrip und dann das andere Setting der Niederlande. Vielleicht hab ich zu hohe Erwartungen gehabt. Vielleicht habe ich mich an dem teils wirren Plot zu sehr gestört. Aber mich hat dieses Buch letztlich nicht so begeistern können, wie ich es erhofft habe. Sicher bietet es aber viel Raum für Diskussionen.

 

Jay ist einer von der Gruppe Jugendlicher, die den Glits, eine Art Gelwesen, verstehen. Dadurch gerät er in die Ermittlungen des Geheimdienstes, der auf der Suche nach der Herkunft dieses Wesens ist. Niemand weiß was oder wer es ist. Aber die Jugendlichen verstehen ihn. Es löst in ihnen vertrauenserregende Gefühle aus. Jay verändert sich  und es passieren merkwürdige Dinge. Der Geheimdienst will den Glits eliminieren, was Jay und Rachel, die es auch verstehen kann, verhindern und mit dem Wesen fliehen. Es folgt eine Verfolgungsjagd durch die Niederlande, während die Kunde vom Glits sich immer mehr verbreitet. Was ist der Glits? Und was macht er hier?

 

Idee: Ich mag andere Wesen, und wenn sie glibberig sind, haben sie eine merkwürdige Anziehung auf mich.  Jugendliche, die so ein Ding vor den Fängen des Geheimdienstes bewahren, hört sich für mich nach einer sehr guten Idee an.

 

Plot: Leider, leider muss ich sagen, dass ich mit dem Plot so gar nicht warm wurde. Zu oft wurde gesprungen und ich habe mich ein paar Mal gefragt, ob ich was überlesen habe, und musste zurückblättern. Alles in allem sehr verwirrend. Mal eben nur ein oder zwei Seiten lesen, wie ich es manchmal mache, klappt bei diesem Buch nicht.

 

Schreibstil: Es wird in der dritten Person erzählt. Der Autor hat hier die auktoriale Perspektive voll ausgenutzt. Mitten in einem Absatz schwenkt er zwischen den Figuren hin und her. Mir persönlich hat das nicht so gelegen, aber wer mich kennt, weiß, dass ich so oder so Ich-Perspektive bevorzuge. Aber sonst ist der Text jugendlich, frisch und angenehm zu lesen. Robert Wolfe schafft es die Sicht der Jugendlichen einzufangen und benutz dabei teils außergewöhnliche Vergleiche und Bilder. Alles in allem kann ich doch sagen, dass mir der Schreibstil gefallen hat.

 

Charaktere: Jay ist eher unsympathisch und sogar für einen Jungen seines Alters viel zu introvertiert und merkwürdig. Allerdings ist es ein gut ausgearbeiteter Charakter, der eine starke Entwicklung durchmacht. Sicher etwas überspitzt dargestellt, aber das fand ich nicht störend. Mir persönlich hat leider der innere Antrieb gefehlt. Dass allein der Glits für die Veränderung verantwortlich sein soll, ist mir persönlich zu wenig. Trotz allem ist Jay ein gut gelungener Charakter, dem man einfach alles Gute wünscht.

Der Glits ist toll ausgedacht. Da ist mal mehr, mal weniger Transparenz. Mal ein Leuchten, dann wird er kleiner oder größer. Das er sich von Bleistiften ernährt ist ein witziger Aspekt. Das alles hat mich schon angesprochen. Allerdings fehlt mir absolut das Warum und wozu. Da fehlt der Hintergrund und diese Figur agiert mir zu wenig.

Rachel ist ein von Grund auf aggressives Mädchen. Sie ist ganz gut gezeichnet, jedoch fehlen bei ihr für meine Begriffe die Wandlungen. Da passiert zwar was, aber teils wird da nicht weiter drauf eingegangen oder es ist zu abgedreht  und nicht altersentsprechend. Warm Rachel überhaupt so extrem ist, wird leider nicht erklärt. Bei ihr fehlt mir der Hintergrund.

Es gibt viele Charaktere. Und ich muss gestehen, dass ich sie nicht auf die Reihe bekomme. Zu viele zu gleich wirkende Geheimagenten, Pressemenschen und dann sind am Anfang da noch die anderen Jugendlichen, die irgendwann verschwinden und nicht wieder auftauchen.

Meiner Meinung hätte man mit weniger Charakteren mehr erreichen können.

 

Hintergrund: Die Niederlande als Setting ist eine Abwechslung und ebenso ein mir vertrauter Ort, da man doch schon häufiger dort war (ich wohne eine gute Stunde von der Grenze entfernt) Mir schien der Geheimdienst etwas chaotisch und auch die Presseleute überzeugten mich nicht. Den Glits an sich fand ich gut ausgedacht, obwohl mir einfach der Hintergrund fehlte. Wenn das so beabsichtigt ist, hat das der Autor gut gemacht, aber mir hinterlässt es ein unbefriedigtes Gefühl.

 

Fazit: Meine Bewertung liegt genau zwischen drei und vier. Da mich das Buch nicht ganz überzeugen konnte, bleibt der Gesamtdurchschnitt dann noch bei drei.Es entsprach einfach nicht meinen Erwartungen. Die Geschichte war zu abgedreht oder einfach in der Wirrnis nicht richtig stimmig. So empfinde ich es zumindest. Vielleicht habe ich das Buch nicht wirklich verstanden. Sicher gibt es ein tiefere Aussage, dass Jugendliche auch noch einen anderen Kosmos außer dem eigenen sehen sollten, aber der ist nicht eindeutig zu sehen. Sehr schwierig fällt es mir den Leser zu beschreiben, für den Glits etwas ist. Wer eine gut durchkonzipierte Handlung mit einem klaren Abschluss mag, der kann enttäuscht werden.Wer aber gerne bei Geschichte am Ende darüber nachdenken will und es mag gewisse Dinge im Raum stehen zu lassen, für den könnte Glits etwas sein.

Quelle: http://aislingbreith.de/2013/04/10/glits