Graffiti Moon

 

 

 

Zuerst mochte ich das Cover, aber auch der Klappentext und die Thematik haben ihren Reiz. Zudem ein eher kurzes Buch. ja, das musste ich lesen.

Lucy wächst mit ihren Künstlereltern in unkonventionellen Verhältnissen auf. Schön länger versucht sie Schadow zu erwischen, den Graffitikünstler, der unsichtbar bleibt, die sechzehnjährige jedoch durch seine Bilder berührt. Mit ihren Freundinnen zieht sie los um den Abschluss zu feiern. Die Mädchen bleiben nicht lange allein. Drei Jungs gesellen sich dazu. Mit Ed war Lucy schon mal verabredet, eine halbe Ewigkeit her. EIgentlich möchte sie seine Gesellschaft nicht, aber dann führ er sie zu Shadows Bildern und merkt nebenbei, das Shadow nicht der Einzige ist.

 

Erster Satz: “Ich trete wie wild in die Pedale.”

 

Idee: Verliebt in den unbekannten Graffiti Künstler. Ja, das ist in meinen Augen eine vielverspechende Idee.

 

Plot: Die ganze Geschichte spielt in einer einzigen Nacht. Ich kann nur sagen: Super. Ein Gefühl, als würde man einen Film gucken, anstatt zu lesen. da passt alles zusammen und greift wunderbar ineienander. Vor allem das Spiel mit den verscheidenen Sichtweisen, die teilweise vom Timing her überschnitten sind oder genau aneinander passen. Gespickt mit den Gedichten von Poet kommt man nicht durcheinander und kann sich schnell auf den jewiligen Ich-Erzähler einlassen. Zum Anfang waren sehr viele Rückblenden eingestreut die toll sind, mich aber erst leicht verwirrt haben. Im Endefekt sind sie jedoch die nötige Würze. Ein perfekter Plot. Man kann das Buch auch als eine poetische Reise sehen. Begleitet von viel Kunst, dabei nicht aufdringlich, sondern mit einer Selbstverständlichkeit, wie ich es noch nicht erlebt habe. Eine Nacht der  Nächte die alles verändert.

 

Schreibstil: Locker, aber nicht zu leicht. Sehr schöne Worte, die einen automatisch zu einem langsamen und genussvollen Lesen bringt. Die Gedichte sind zwar nicht so meins, aber das ist eben Geschmackssache und in diesem Buch trennen sie ganz gut die verschiedenen Perspektiven. Es wird meist abwechselnd aus Lucys und Eds Sicht erzählt, dazwischen ein Gedicht von Poet. Das bringt Geschichte und Charaktere sehr nah. Auch die Dialoge haben mir sehr gut gefallen. Ich finde es schwierig Crowleys Stil zu beschreiben. Als ich das Buch zugeklappt habe, dachte ich nur: einfach schön und poetisch. Definitiv behalte ich Cath Crowley im Kopf und werde mir schon wegen ihrer Art zu schreiben, andere Werke von ihr angucken.

 

Charaktere: Lucy ist das Kind zweier Künstler und selbst in Glasblasen begabt. Aus etwas unkonventionellen Verhältinissen kommend,  schwärmt sie für die Kunst Shadows und ist in ihn verliebt, obwohl sie ihm noch nie begenet ist. Ich mochte sie, weil sie nicht auf den Mund gefallen  und so herrlich anders ist. Die außergewöhnlichen Züge, wie ihre merkwürdigen Eltern und die Liebe zur Kunst. Ihre Sehnsucht nach Shadow. Ihre Leidenschaft in der Suche. Das alles machen sie zu einem besonderen Charakter.

Auch Ed ist toll geworden. Mit Ecken und Kanten und ganz viel Sanftheit und Gefühl. Ein Typ, der echt ist und den man haben möchte. Der etwas unbeholfen  in seinen Gefühlen zu Lucy ist und nicht weiß, wie er mit ihrer Liebe zu Shadow umgehen soll.

Die beiden Chahraktere machen in dieser einen Nacht eine starke Entwicklung durch und  einen großen Schritt in Richtung erwachsen werden. Auch die Nebencharaktere sind toll. Alle Firguren wirken aus dem Leben gegriffen und obwohl sie unterscheidlich sind, verarbeiten sie doch den gleichen Reifeprozeß in dieser Nacht. Jeder lernt etwas über die Liebe und über Selbstbewusstsein.

 

Hintergrund: Kunst, Graffiti und Glasblasen. Ganz andere Themen für mich und so klar, dass ich der Autorin unterstelle alles wirklich gründlich recherschiert zu haben. Dazu das Setting, was nicht in unendlichen Beschreibungne ertränkt wird sondern wie selbstverständlich beim Lesen Gesatlt annimmt.

 

Fazit: So schön. So überraschend gut! Ein Roadmovie auf dem Fahrrad. Mit 256 Seiten und diesem Lesesog haben mich nur meine  müden Augen daran gehindert, es in einem Rutsch durchzulesen. Sicher im Preis etwas happig, aber dafür bekommt ihr eine tolle Story und ein wunderschönes Cover. Ist der Schutzumschlag entfernt, bemerkt man auch die Hingabe zur Gestaltung darunter. Das Gedicht auf der Rückseite findet sich auch im Buch wieder. Volle Wertung in allen Punkten, was ich wirklich selten mache.

Rundum  ein mitreißend schönes Werk, was ich jedem nur ans Herz legen kann. Für alle die es lieben nach dem Lesen ein Buch in die Arme zu schließen.

Quelle: http://aislingbreith.de/2013/05/31/graffiti-moon